Das Dorf wächst ja kaum noch - weshalb braucht es zusätzliche Schulräume?

Weil wir…

  • seit Jahren Provisorien nutzen,
  • über lange Zeit gespart und wenig investiert haben und
  • unsere Infrastruktur auf dem Niveau von kleinen Weilern in unserer Umgebung ist.

Das reicht nicht mehr, um auch zukünftig einen guten Schulbetrieb bieten zu können.

Provisorien

Ein Kindergarten in einer Wohnung im 1. Stock, Schulzimmer ohne Gruppenräume, die Bibliothek im Gang: alles Provisorien, die endlich einer permanenten Lösung bedürfen, die langfristig funktioniert.

Gespart und wenig investiert

Seit 1995 haben wir praktisch nur noch sanften Unterhalt gemacht. Deshalb ist unser Steuerfuss tiefer als in den umliegenden Gemeinden. Es gibt andere Beispiele: Thundorf hat soeben CHF 8 Mio. in ein neues Schulhaus investiert und Matzingen hat vor Jahren eine komplett neue Schulanlage gebaut sowie kürzlich einen Doppelkindergarten. Das aktuellste Projekt in Frauenfeld kostet mehr als CHF 40 Mio. Ein Schulhauskomplex für 550 Schülerinnen und Schüler wird saniert und erweitert. - Die Schulbehörde Stettfurt schlägt vor, gut CHF 4 Mio. für 110 Schülerinnen und Schüler zu investieren - halb so viel pro Kind!

Infrastruktur auf dem Niveau von kleinen Weilern

Wenn wir z.B. Spielwiesen, Sportanlagen, Unterstände für schlechtes Wetter und Trockenplätze umliegender Gemeinden mit unseren Möglichkeiten vergleichen, wird es augenfällig: Wir können nur mit Wolfikon und Schlatt-Kaltenbrunnen (bei Zezikon) mithalten. Auch im Innenbereich gibt es einiges aufzuholen: z.B. Musikzimmer, Räume für sonderpädagogische Bedürfnisse, Bibliothek (s.a. Provisorien).

Kurz: Unternehmungen, die eine Zukunft haben wollen, investieren laufend. Gemeinden, die lebendig bleiben wollen, investieren in ihre Schule! - Helfen sie uns, auf Kurs zu bleiben und gehen Sie abstimmen. Eine Urnenabstimmung ist eine hohe Hürde!


Liegt die Grösse der geplanten Schulzimmer über der Norm!?

Nein, im Gegenteil! Wir wissen, dass die Zahl der Kindergärtler in den kommenden Jahren an der Untergrenze bleiben wird. Deshalb bewegt sich die Planungsgrösse der beiden Räume im unteren Normbereich. Das darüber liegende Klassenzimmer mit seinem Gruppenraum muss die zukünftige 1./2.-Klasse beherbergen können – also bis 27 Kinder – und wird entsprechend der Norm für diese Bedürfnisse geplant.


Weshalb werden nicht Container-Bauten erstellt?

Container- oder Modulbauten, wie sie gegenwärtig in Winterthur oder Zürich häufig gebaut werden, sind vorgezogene Lösungen, um auf schnelles Bevölkerungswachstum rasch reagieren zu können. Teilweise werden sie abseits von bestehenden Schulanlagen an provisorischen Standorten erstellt. In der Regel sind es Holzmodulbauten, die auf ebener Fläche platziert werden und deren Wände nicht mit dem Erdreich in Berührung kommen. Sie sind für eine vorübergehende Nutzung gedacht, bis ein Schulhaus am strategisch richtigen Standort realisiert werden kann.

 In Stettfurt präsentiert sich die Situation anders:

  • Wir erwarten kein starkes Bevölkerungswachstum und stabile Kinderzahlen aufgrund der zwischenzeitlich überarbeiteten Entwicklungsparameter.
  • Der Zeitdruck ist nicht so gross, dass wir nicht eine normale Bauzeit akzeptieren könnten.
  • Mögliche flache Standorte wären schlecht in den Schulbetrieb integriert und / oder würden die bestehende Infrastruktur beeinträchtigen (z.B. Spielwiese oder Parkplatz).
  • Mit Provisoriumsbauten ist keine befriedigende ortsbauliche, auf die Terrainsituation abgestimmte Lösung zu erwarten und das Dorfbild würde zusätzlich gestört.

Es ist deshalb sinnvoll, den Umweg über eine Übergangslösung zu vermeiden und von Anfang an eine langfristig ausgerichtete Lösung anzustreben. Das an der letzten Gemeinde­ver­sammlung präsentierte Gebäude wird ins Gelände eingebettet und ist optimal in den Schulbetrieb integriert. Im flexiblen Entwurfsansatz unseres Architekten und in der konsequenten Systemtrennung von Tragwerk, Fassade und Haustechnik sind aber durchaus grundsätzliche Überlegungen aus dem Systembau (Modulbauten) ablesbar: klares System, sich wiederholende Bauteile (Serialität) sowie bewährte Materialien und Konstruktionsweisen. So kann mit diesem Konzept auf zukünftige Entwicklungen des Schulalltags und deren pädagogischen Konzepte eingegangen werden.